Fachkritik

PROF. DR. HANS JOACHIM SCHOLDERER (2001)

".......Michaela A. Fischers Menschen, und das sind fast immer Frauen, werden in Konfrontation gebracht mit … Übermächtigem. Vordergründig ist dies die spannungsvolle Gegenüberstellung von Materialen und Texturen… In ihren "Kreuzwegstationen der Frau” erkennt der Betrachter… Frauen, die mit dem Balken des Kreuzes konfrontiert sind… die selbst gekreuzigt erscheinen… Weich ein Sakrileg gegen männliches Privileg, welch ein Verstoß gegen eine zweitausendjährige ikonographische Selbstverständlichkeit! Das Leiden der Frau in der Kunst war bis dahin… ein durch Männer der Frau zugefügtes Leiden. Michaela A. Fischer hat mit diesen Arbeiten eine neue Dimension in der bildenden Kunst aufgezeigt. Die Frau hat durch ihr eigenes Leiden emanzipatorisch, eigenständig und unmittelbar Anteil an der christlichen Verheißung.” Vgl. hierzu: Zeichnungen: "Hommage an Rita Reiners oder Erinnerung an Golgotha....."

Carmen Bosch-Schairer M.A. (2002)

"........Michaela Fischers Werk kreist um den Menschen. Es ist der Mensch in Grenzsituationen, in Phasen des Übergangs.... Grenzen werden auch in formaler Hinsicht ausgelotet. Immer wieder konfrontiert die Künstlerin die Figur mit abstrakten Formen, mit Blöcken, Platten....."

Cynthia Thumm M.A. (2003)

".......Im Kern verbindet Michaela Fischer menschliche Dimension und künstlerisches Feingefühl zwischen Masse und Raum. Sie identifiziert ihre materialisierten Gedanken im Bezug auf den Menschen und manifestiert neben dem Sehen die Empfindsamkeit als eine weitere Spur von Wahrnehmung und plastischer Kommunikation....."

Albrecht Sellner

".....Ihre Formen in Bronze, Stein, Epoxydharz sind wie die Materialisierung ihrer Gedanken..."

Prof. Dr. Helge Bathelt (2007)

".....Die Formung einer Figur mittels Draht ist längst selbst in die Praxis gehobener Bildungsanstalten vorgedrungen. Aber in der Regel bemüht man sich dort, die transparente Form schnellst möglich zu ummanteln, um ihr eine Anmutung von etwas Tatsächlichem zu geben. Michaela Fischer verfährt gänzlich anders. Das Fragile der Drahtfigur bleibt sichtbar. An eine unvollständige oder verletzte Mumifizierung erinnernde Bandagen geben dem Fragilen einen provisorischen Halt und die geniale Idee der Plastik liegt in der Verbindung des Fragilen mit dem Vollplastischen der Kopfpartie....."

Dr. Dorothee Ritter (2008)

".....In der Begegnung mit Fischers weiblichen Torsi findet ein seismografisches Erfühlen von Wahrheiten am Körper der Frau statt....."

Dr. Günter Baumann (2008)

".....so geht es Fischer um das Wesen der Plastik- das heißt, zum einen um deren Position im Raum und zum anderen um das Verhältnis von Volumen und Masse....es wird deutlich, dass nicht die Vermummung im Vordergrund steht, sondern die reizvolle Frage, wie weit ein Bildhauer bei der Auflösung der Form gehen kann, ohne den figurativen Ansatz aufzugeben und ohne die plastisch-räumliche Spannung zu verlieren....."